Hintergrund

Hintergrund: Vom Modellprojekt zum Kooperationsprojekt

Das Kulturstrolche-Projekt wurde initiiert und konzipiert vom Dezernat für Bildung, Familie, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Münster (Kulturstrolche Münster). Nach einer dreijährigen Pilotphase übernahm das Kultursekretariat NRW Gütersloh 2008 die Projektidee und Design und verbreitet das erfolgreiche Konzept seitdem in seinen Mitgliedsstädten. Das Kultursekretariat unterstützt die Städte nicht nur finanziell mit Fördermitteln aus dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, sondern auch organisatorisch als übergeordnete Projektleitung. Seit dem Schuljahr 2011/2012 fördert auch das NRW KULTURsekretariat Wuppertal das Projekt der Kulturstrolche in seinen Mitgliedskommunen.

Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 starteten Grundschüler in neun Mitgliedsstädten des Kultursekretariats NRW Gütersloh als Kulturstrolche und entdecken seitdem das kulturelle Leben ihrer Stadt. In den folgenden Schuljahren nahm die Zahl der teilnehmenden Städte, Schulen und Institutionen kontinuierlich zu:

Im Schuljahr 2016/2017 waren insgesamt 818 Klassen aus 44 Städten und Städteverbünden als Kulturstrolche unterwegs!

Das NRW KULTURsekretariat Wuppertal startete im ersten Förderjahr bereits mit Schülerinnen und Schülern aus 8 Mitgliedsstädten.
Ab dem Schuljahr 2014/15 bestand auch für Nichtmitgliedsstädte der Kultursekretariate, die sich am Kulturrucksack beteiligen, für drei Jahre die Möglichkeit, an der Kulturstrolcheförderung durch Landesmitteln zu partizipieren.

Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet: 2007 erhielt es Preise von der Initiative "Ort im Land der Ideen" sowie von der Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder "Kinder zum Olymp!". 2010 belegte das Projekt Kulturstrolche den ersten Platz beim Wettbewerb "Kooperation. Konkret. 2010".

Ein Kulturstrolch erweckt inneres Leben. Als Kulturstrolch fühl ich mich besonders. Für mich ist ein Kulturstrolch ein Traumjob. Ein Kulturstrolch zu sein macht Freude in Hülle und Fülle. Ein Kulturstrolch sorgt für Erinnerungen und Wissen. (Malte)

Idee

Wer Kultur früh kennen lernt, selbstverständlich Museen, Archive und Konzerte besucht, Schauspieler oder Künstlerinnen befragt, will nicht nur Zuschauerin und Zuschauer bleiben, sondern sucht einen eigenen Ausdruck. Je stärker Kulturorte sich Kinderfragen stellen, desto überzeugender arbeiten sie an ihrem Profil, desto interessanter sind sie für Kinder und desto mehr profilieren sie sich mit einem kindgerechten Angebot. Die Kulturstrolche lernen im Klassenverband alle Kultursparten kennen, sie sammeln Eindrücke und dokumentieren jeden Kulturbesuch durch einen Sticker in ihrem persönlichen Kulturstrolche-Sammelheft.

So schaffen Städte auch für ihre jungen Einwohner einen attraktiven Lebensraum, Eltern und Kinder fühlen sich ihrer Stadt verbunden.

Lehrer, Künstler und Kulturschaffende tragen wesentlich zum Erfolg des Projektes bei. Durch ihre Kooperationsbereitschaft werden Kinder in unvergleichlich inspirierender Weise an Kunst und Kultur herangeführt.

Kultur...

... macht klug:

Sie befähigt Kinder, all ihre Sinne spontan und reflektiert zu nutzen. So verbindet sie Handeln, Denken und Fühlen.

...macht Kinder sensibel:

Sie stärkt die Wahrnehmung für Untertöne, Harmonien und Dissonanzen, für Ursache und Wirkung, Strukturen und Details.

... fördert Verständigung:

Sie zeigt, dass jenseits von „falsch oder richtig“ meist viele Perspektiven und Deutungen möglich sind.

... befähigt zu Visionen:

Sie regt dazu an, Unmögliches zu denken, Neues auszuprobieren, Altes zu transformieren, Perspektiven zu schaffen und Phantasie Realität werden zu lassen.

... drückt aus, was in einem steckt:

Sie übt Menschen darin, dem, was sie denken, fühlen oder ahnen, Ausdruck zu verleihen.

Kulturstrolche sind Menschen, die sich in der Welt umschauen. Es macht Spaß, die Welt zu entdecken. Es ist schön, mit seiner Klasse zum Beispiel im Theater hinter die Kulissen zu schauen. (Miriam)